Hanguk-Dogil Dochang
Taekwon-Do
Hanguk-Dogil Dochang - Über Taekwondo

Was ist Taekwon-Do

Die Kampfsportart Taekwon-Do stammt aus Korea, dort ist sie ein beliebter Volkssport.

TAE bedeutet "Fuß", "mit dem Fuß schlagen, treten".
KWON bedeutet "Faust", "mit der Faust schlagen".
DO bedeutet "der Weg".

Taekwon-Do ist eine Kunst der Selbstverteidigung, die sich über fast 2000
Jahre hinweg in Korea selbständig entwickelt hat.

Lange Zeit war Taekwon-Do ausserhalb der koreanischen Halbinsel kaum bekannt. Seit den 60er Jahren arbeiten die Verantwortlichen des Weltverbandes WTF (World Taekwon-Do Federation) an der Vereinheitlichung und Verbreitung dieser Sportart.

Taekwon-Do hat in den letzten Jahrzehnten stark an Popularität zugenommen und wird heute von über 20 Millionen Aktiven in aller Welt praktiziert.

  Ein Merkmal des Taekwon-Do ist es, Angriffe waffenlos abzuwehren. Dabei gibt es kaum einen Teil des Körpers, der nicht eingesetzt werden kann. Nicht nur Hände und Füsse, sondern auch einzelne Finger, Knöchel, Ellbogen, Knie und Kopf werden je nach Situation gebraucht. Alle Bewegungen im Taekwon-Do gehen vom Grundsatz der Verteidigung aus. Taekwon-Do vermittelt nicht nur körperliche Kraft, sondern auch die Einsicht zu diszipliniertem Denken; dadurch wird es möglich, das nötige Selbstvertrauen und die nötige Gelassenheit zur Selbstverteidigung zu erlangen.

Selbstvertrauen ist wiederum die Voraussetzung für Bescheidenheit und Toleranz, zwei erklärte Ziele des Taekwon-Do. Ein regelmäßiges Training verbessert das Allgemeinbefinden, verschafft ein gesundes seelisch-körperliches Gleichgewicht, erhöht die Behendigkeit und Beweglichkeit und lehrt, die Dinge mit dem nötigen Abstand zu betrachten.

Ein gesunder Körper macht aktiv und widerstandsfähig.
Ein seelisches und körperliches Selbstvertrauen dient der Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Taekwon-Do war an den olympischen Sommerspielen von Seoul (1988) und Barcelona (1992) als Demonstrationssportart vertreten. Seit den Spielen von Sydney im Jahr 2000 ist Taekwon-Do als vollwertige olympische Disziplin im Programm.

Taekwon-Do Geschichte

Im traditionellen Taekwon-Do findet man oft Namen, die in der Taekwon-Do-Theorie vorkommen und im Zusammenhang mit der koreanischen Geschicht stehen. Es ist deshalb sehr nützlich etwas über die koreanische Geschichte zu wissen. Die Periode der drei Königreiche Silla, Koguryo und Paekche und die Zeit danach, haben viel Einfluss auf Taekwon-Do gehabt.

Drei Königreiche

Die drei Königreiche wurden um etwa 1 v. Chr. gegründet. Bis zum dreihundert war Silla ziemlich schwach und versuchte Konflikte mit Paekche und dem viel größeren Koguryo zu vermeiden. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts wollte Silla sein Gebiet erweitern. Silla nutzte die Zeit, während Paekche und Koguryo in Streitigkeiten verwickelt waren, um mit Hilfe Chinas sich der beiden anderen Reiche zu bemächtigen. Letztendlich gelang es Silla, die zwei anderen Königreiche unter seine Herrschaft zu bringen. Die Bevölkerung der drei Königreiche aber hatten nicht viele Probleme mit der Vereinigung unter Silla, denn sie hatten vieles gemeinsam: Sie hatten die gleichen Vorfahren, sprachen dieselbe Sprache, besaßen die gleiche Kultur and hatten auch schon vor der Vereinigung viel Kontakt miteinander.

Hwarang-do Im mächtigen Silla entstand nun das Hwarang-do, die kulturelle Aufschwungperiode.

Junge Aristokraten und die Kriegerklasse bildeten ein Elite Offizierskorps, das Hwarang-do genannt wurde. "Hwarang" heißt Blume und "Do" der mentale Weg. Das Korps übte sich, neben dem normalen Training (Speer, Bogen, Schwert und Messer), auch in waffenloser, mentaler und physischer Disziplin und in allerlei Arten des Hand- und Fußkampfes, worunter Taekyon (Vorläufer des Taekwon-Do). Diese "Koong Joong Mu Sol"-Krieger konnten sowohl mit dem Schwert als auch mit Feder und Papier umgehen. Um sich selbst zu leiten und Entschlossenheit an ihre Ritterlichkeit zu geben, befolgten sie einen Kode von fünf Regeln, zusammengestellt von einem buddhistischen Mönch und Gelehrten, namens Won Kang:

  • Bleib treu an König und Land

  • Gehorche deinen Eltern

  • Bleibe ehrlich deinen Freunden gegenüber

  • Ziehe dich nie aus einem Kampf zurück

Es mag vielleicht fremd klingen, dass ein Mönch diesen Kode zusammengestellt hat.

Doch war es so, dass ein Mönch, der sich zum Buddhismus bekehrte, verpflichtet wurde, sein Bedürfnis nach Materialismus zu unterdrücken und bettelnd von Dorf zu Dorf zu ziehen. Die Wege, die diese Dörfer miteinander verbanden, waren die geeigneten Plätze für Diebe und Schurken, die jeden, sogar Mönche, angriffen.

Für ihren eigenen Schutz hatten die Mönche, außer Lang- und Kurzstocktechniken, auch Klemm- und Druckpunkttechniken gelernt, die angewendet wurden um den Feind zu überwältigen, doch sicher nicht um ihn zu töten. Der Buddhismus verbietet immerhin das Töten von Lebewesen. Sehr viele Mönche übten das Taekyon aus.

Sie sahen es jedoch nicht nur als Selbstverteidigung, die sie in Notfällen anwenden konnten, sondern mehr als eine Weise, das eigene Ich körperlich und mental beherrschen zu können. In der Yi-Dynastie, etwa 800 Jahre später, hatte Taekyon kaum Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln, Kriegskunst war nämlich verboten.

Man interessierte sich außerdem mehr für literarische Kunst. Nach der Besetzung durch die Japaner in 1910 wurde Taekyon mit dem Aussterben bedroht. Erst nach der Befreiung in 1945 konnte es wieder aufblühen dank der Unterstützung und der Arbeit der Kampfsportliebhaber.


Wir danken Herrn Seo Myung-Soo 9.Dan 
©Taekwondo Poomse Taeguk
Eigenverlag Holland
Seo Myung-Soo